Beim Lesen ist mir fast das Mittagessen wieder hochgekommen. Ich habe folgenden Gastkommentar gelesen:
Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren! Wie kann einer unserer Volksvertreter auf dem Standpunkt sein, dass man heutzutage noch alles Wissen im Kopf haben kann? Ohne Google und Wikipedia wäre ich im Studium an einigen Stellen aufgeschmissen gewesen.
Versteht mich nicht falsch - ich mag auch "gebundene Bücher" aber diese sind für die Wissensvermittlung nicht mehr konkurrenzfähig. Da fragt man sich was des Pudels Kern des lieben Bundestagsabgeordneten ist. Sicherung des Wissensmonopols? Bürger sollen
nur zitieren? Ist das nicht gerade Web 2.0? Selbst Inhalte schaffen und kollaborativ an einem Projekt mitwirken?
Ja, jeder soll auch mit geistigen Eigentum sein Leben bestreiten können, aber triviale Ideen zu schützen oder gar als Kinder/Enkel noch vom geistigen Schaffen der Eltern profitieren zu können, geht zu weit.
Ich stelle mir gerade die Analogie zum Buchdruck vor. Eine Erfindung, die es plötzlich ein Wissens- und Entwicklungssprung ermöglichte. Wie wäre wohl der "Gastkommentar" von unseren Politikern damals gewesen?
Aber wenigstens sieht er den Untergang schon kommen:
Jetzt haben wir noch die Zeit, diesem Treiben Einhalt zu gebieten.
Schon allein zu meinen, dass man die Welt in digital und real trennen kann, zeigt das grobe Missverständnis des Internets. Die Masse der Menschen sollen Dinosaurier sein? Bitte - zeigt dem Herrn doch mal Statistiken wie sehr das Internet genutzt wird. Vielleicht merkt er dann sein verzerrtes Weltbild - vielleicht umgibt er sich ja nur mit Dinosauriern...