Bei dieser Sache bin ich zweigespalten. Grundsätzlich bin ich jemand der gerne hilft - insbesondere wenn ich sehe, dass etwas schief läuft.
Irgendwann stellt man aber fest, dass diese Verhaltensweise gleich mehrfach kontraproduktiv ist.
Zuerst einmal stellt man fest, dass diejenigen, die Arbeit "wegschaffen", immer mehr Arbeit aufgehalst bekommen. Man könnte fast sagen, dass die Arbeit geradezu von denen angezogen wird.
Zum anderen ändert sich bei so einer Aufgabenverdrängung nichts am grundsätzlichen Problem. Selbst wenn man auf dieses Problem aufmerksam macht, wird die Arbeit aus Sicht der Vorgesetzten immer noch erledigt. Am Ende steht man selber noch als der Buhmann da weil man auf eigentlich offensichtliche Probleme aufmerksam macht.
Also kommt man - wie ich - irgendwann zum Entschluss, dass nicht immer alles so laufen muss wie es eigentlich könnte. Als ich das dann einem Professor erzählte, sagte er da draufhin "Glückwunsch - ich habe das erst später gelernt".
Eigentlich ist das schade - weil im Endeffekt kommt es fast immer zum Punkt Geld. Projekt XY wird gegen die Wand fahren und ein paar Tausend Euro Schaden verursachen?
"Nicht mein Zuständigkeitsbereich".. Diese Antwort fand ich früher immer blöd - jetzt kann ich sie verstehen. Solange man als Angestellter nicht den Anreiz hat das zu retten - warum sollte man es tun?
Natürlich ist das gerade in kleinen Firmen anders, aber sobald die Firma eine gewisse Größe erreicht wo der Chef nicht mehr alles überblicken kann, kann sowas schnell entstehen.
Dennoch tut es einfach weh wenn man manche Projekte sieht...